Terroir al Limit

Dominik Huber, gebürtiger Münchener, kam Anfang der 2000er Jahre ins Priorat. Nachdem er zu Beginn bei Clos Martinet angeheuert war, traf er dort auch auf den südafrikansichen Starwinzer Eben Sadie, damals schon weltberühmt für seine Kultwein Columnella aus dem Swartland. Kurzerhand gründeten die beiden ihr gemeinsames Weingut im Priorat, unterstützt vom Jaume Sabaté, einem ortsansässigen älteren Winzer. Von Beginn an lag ihr Hauptaugenmerk auf uralten Weingärten der klassischen Rebsorten Carinena und Garnacha, welche größtenteils auf den typischen schwarzen Schieferböden (in Katalonien Llicorella gennant) wurzelten. Im Gegensatz zu den meisten anderen Winzern interessierten sie sich immer schon für die kühleren Lagen, teils in nördlicher Ausrichtung, vor allem aber in Höhenlagen bis zu 1.000 Metern Höhe. Daher rührt auch der Name: Terroir al Limit - Terroir an der Grenze des Machbaren. Mit der Zeit trennten sie sich von neuen Barriques, bestückten den Keller mit grösseren Holzgebinden der Top-Küferei Stockinger. Ab 2017 waren auch diese Fässer Geschichte. Sie kamen zu dem Entschluss, dass für ihren angestrebten Weinstil der Ausbau so neutral wie möglich stattfinden muss. Seit diesem Jahrgang findet sich überhaupt kein Holz mehr und alle Weine, weiss wie rot, werden im Beton ausgebaut und wesentlich früher gefüllt wie allgemein üblich, teilweise nach nur sechs- bis achtmonatigem Ausbau. Die Weine haben dadurch an Präzision gewonnen, ohne an Komplexität, Tiefe und Grösse zu verlieren. Die Erträge sind oftmals unter 10 hl. Das als auch die Knochenarbeit dieser kleinparzellierten Weinberge erklären die hohen Preise. Dominik Huber weiss, dass seine Weine nicht günstig sein können. Dementsprechend müssen sie auch nichts anderes als Weltklasse sein. Das sind sie. In jüngster Zeit hat er scheinbar auch die magischen 100 Parker-Punkte abonniert. Das ist insofern bemerkenswert, da es kein Geheimnis ist, dass diese Bewertungen in der Regel Weinen mit weitaus grösserer Konzentration, Alkoholgehalten und mit weitaus massiverem Einsatz von Neuholz vorenthalten ist. Für alle die meinen, das Priorat zu kennen, allerdings noch nie Terroir al Limit im Glas hatten, sei gesagt: kennt ihr nicht.